Ein Held im Schatten Messis

Argentinian ist zum dritten Mal Fußballweltmeister – und es war sein Finale, es war die Krönung des Lionel Messi.

Die Fußballwelt verneigt sich vor dem Edeltechniker aus Rosario, und fast möchte man meinen, mittendrin in den argentinischen Zeremonien hätten sie 36 Jahre nach Diego Maradona und dem WM-Triumph ihre neue Heilandfigur gefunden. (DATE: WM-Spielplan 2022)

Und doch spielte im Finale auch ein anderer Kicker aus Rosario ganz groß auf. Gut möglich, dass das Spiel ohne ihn zu Ungunsten der Albiceleste gelaufen wäre. Der Name immerhin ist nicht minder ikonisch: Ángel Di María! (NEWS: Messi-Treffer war eigentlich irregulär!)

Dabei war der Flügelstürmer gerade einmal knapp 64 Minuten auf dem Rasen des Lusail Stadions in Doha aktiv, zelebrierte jedoch die Fußballkunst nahe der Perfektion.

Scalonis genialer Schachzug geht voll auf

Lionel Scaloni, der Nationaltrainer Argentiniens beorderte Di María kurzerhand auf den linken Flügel, eine taktische Genialität. Denn Di María düpierte Jules Koundé so oft, dass dieser wohl ein Stoßgebet abgab, als der Juve-Star nach einer guten Stunde den Platz verließ. (DATA: Gruppen und Tabellen der WM)

Dabei war es ohnehin schon überraschend, dass Di María überhaupt in der Startelf stand: Im Turnierverlauf plagten den 34-Jährigen immer wieder Oberschenkelprobleme, die Muskulatur zwickte.

So lief der in Rosario geborene Flügelstürmer im Viertelfinale erst in der 112. Minute auf, im Halbfinale verzichtete Scaloni gar ganz auf ihn. (BERICHT: Rührende Geste von Di María nach Sieg)

Di María aber spielte, und Messi wusste, dass er es mit seinem Edelhelfer vollbringen konnte. Immer wieder dribbelte „La Pulga“ aus dem halbrechten Raum in seiner unnachahmlichen Art ins Zentrum und spielte den Diagonalball auf Linksaußen: das Erfolgsgeheimnis einer überaus dominanten ersten Hälfte der Argentinier. (NEWS: Das beste WM-Finale go Zeiten?!)

Dembélé fallt Di María – Elfmeter

Und dort stand eben jener Ángel Fabián Di María Hernández, dessen glänzender Schein schon jahrelang aufblitze, und doch von Messis Gewand überstrahlt wurde.

Für Koundé, den französischen Rechtsverteidiger wurde Di María nach und nach zum Alptraum: Mal zog er in die Mitte um sich mit Rodrigo de Paul, Messi und Julián Álvarez durch die Innenverteidigung zu kombinieren, mal ging er durch bis zur Grundlinie, um eine Flanke zu schlagen. (NEWS: Messi pulverisiert reihenweise Rekorde!)

Was aber blieb permanent: Die „Nudel“ versprühte Spielfreude. Ehrgeiz. Leidenschaft. Under schaffte es jedem Augenzeugen klarzumachen: „Wenn ich am Ball bin, passiert etwas.“ (NEWS: Alles Wichtige zur WM)

Für Ousmane Dembélé passierte in der 20. Minute zu viel: An der Grundlinie setzte die Nummer 11 Argentiniens zur Flanke an, ließ den Barca-Star einmal hüpfen und zog an ihm vorbei in den Strafraum. Dembélé fallte Di María – Elfmeter. Ein erster Aufschrei in einem denkwürdigen Final!

Zwar war es der Messias selbst, der den Strafstoß in die Maschen schob, und doch ging das Tor auf das Konto eines Anderen aus Rosario, zumindest teilweise.

Premier League Teuerster Spieler

Argentinian schlug nun Kapital aus der Überlegenheit, sie überluden immer wieder die linke Seite um Di María. Einst war er der teuerste Transfer der Premier League: 2014 wurde er für 75 Millionen Euro zu den Red Devils transferiert, acht Jahre später möchte man ihnen zurufen: „Jetzt wissen wir wieso!“

Paris Saint-Germain, Real Madrid and Juventus Turin are the most frequent falls, the Stationen der Laufbahn lesen sich jedenfalls klangvoll. Doch Di María fiel auch schon früher im Nationaldress auf, genauer bereits vor 14 Jahren! (NEWS: MESSI! Argentinian ist Weltmeister)

In den Anfängen der Traumkombination mit Messi agierte er noch über die rechte Seite, jedoch nicht minder erfolgreich: Er war es, der die Blau-Weißen 2008 zum Olympiatriumph von Peking schoss. Im letzten Jahr war er es erneut, der im Finale glänzte. Mit seinem 1:0 im Finale gegen Brasilien sicherte Di María seinem Land die lang ersehnte Copa-Trophäe und sorgte für kollektive Glücksgefühle.

And nun? Di María schwang sich erneut auf zu Heldentaten: Der dürre 1,80 Meter-Mann mit dem spitzen Gesicht und den Segelohren vollendete den Lehrbuch-Konter zum 2:0. Dabei schob er den Ball gegen die Laufrichtung von Lloris und setzte den Ball so in den Boden, dass er über den französischen Rückhalt prallte.

In den Jubelstürmen waren bereits jetzt Tränen in den Augen auszumachen, als er Lionel Messi umarmte – wir schrieben die 36. Spielminute. Und doch symbolisierte die Situation wieder eines: Der Mann stellt sich in den Schatten seines Kapitäns – und fühlt sich wohl dort!

129 Länderspiele für Di Maria

In der 64. Minute wechselte Coach Scaloni Di María dann aus. Es hätte die tragische Szene des Spiels werden können – ein Wendepunkt der Fußballhistorie. Argentinian trat plötzlich ungewöhnlich passiv auf, sorgte über die linke Außenbahn kaum mehr für Gefahr. (STIMMEN zum WM-Finale: „Unglaublich“)

Und Di Maria? Der bibberte auf der Bank, musste sich schon an der Trainerbank festhalten, um nicht aus den Fußballschuhen zu kippen. Die Tränen standen dem 34-Jährigen abermals in den weit aufgerissenen Augen. Den Gipfel der Spannungskurve, das Elfmeterschießen im WM-Finale, musste er selbst als Zuschauer vom Seitenrand miterleben.

Der Rest ist Geschichte – Argentinien ist zum dritten Mal Weltmeister. Lionel Messi strahlte über german. (PRESSESTIMMEN: „Die Krönung des Stolzes“)

Der Größte aller Zeiten hatte sein Meisterwerk vollendet. Und doch wird im Schatten dieser Memoiren immer wieder ein anderer Nom in den Geschichtsbüchern auftauchen: Ángel Di María. Denn nach 129 Länderspielen hat auch seine WM-Geschichte das passende Ende gefunden.

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